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Ukraine stoppt acht russische Schiffe mit Treibstoff für die Krim

Die ukrainische Armee hat im Schwarzen Meer acht Schiffe der russischen Schattenflotte mit Drohnen attackiert und am Anlegen auf der Krim gehindert. Die Treibstoffversorgung der besetzten Halbinsel wird dadurch weiter erschwert.

Ukraine stoppt acht russische Schiffe mit Treibstoff für die Krim
Ukraine-Krieg: Acht russische Schiffe mit Sprit für die Krim gestoppt
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Die ukrainische Armee hat einen gezielten Schlag gegen die russische Treibstoffversorgung der besetzten Krim geführt. Wie die Zeitung „Kyiv Post“ unter Berufung auf Kiews Militär berichtete, wurden im Schwarzen Meer acht Schiffe der russischen Schattenflotte mit Drohnen attackiert und am Anlegen auf der Halbinsel gehindert. Der Drohnenkommandant Robert Brovdi erklärte dazu: „Die russische Schattenflotte verlässt die Bühne.“ Er fügte hinzu: „Der Kampf um die Treibstoffversorgung der Krim im Asowschen Meer geht weiter.“

Die Halbinsel Krim, die Russland 2014 völkerrechtswidrig annektiert hatte, leidet bereits seit Wochen unter erheblichen Treibstoffengpässen. Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf die Energieinfrastruktur sowohl auf dem russischen Festland als auch auf der Krim selbst wird an Tankstellen teilweise von Handgreiflichkeiten berichtet. Die Unterbrechung der Nachschubwege durch die Schattenflotte verschärft diese Krise nun weiter. Die Schattenflotte besteht aus älteren Tankern, die Russland nutzt, um Sanktionen zu umgehen und Treibstoff in die besetzten Gebiete zu transportieren.

Parallel zu den militärischen Erfolgen im Schwarzen Meer forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Nato-Rüstungsforum in Ankara mehr Unterstützung von den Bündnispartnern. „Die oberste Priorität“ der Ukraine sei derzeit, „mehr Flugabwehrraketen zu bekommen“, sagte Selenskyj. „Alles andere sind wir in der Lage, selbst zu leisten“, betonte er. Er rief die Nato-Alliierten zu „mehr Entschlossenheit“ bei der Versorgung seines Landes mit Flugabwehrfähigkeiten auf. Zudem riet er zu schnelleren Vorbereitungen auf eine Kriegsführung mit und gegen Drohnen und forderte die Beteiligung an einer Initiative zur gemeinsamen Produktion unbemannter Systeme. Ukrainische Rüstungsunternehmen zählten dabei nun zu den stärksten in Europa und hätten sich im modernen Krieg bewährt.

Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel in Ankara die Hoffnung, dass von dem Treffen ein wichtiges Signal für die Ukraine ausgehe. „Ankara könnte einen Einschnitt in diesem Krieg markieren“, sagte der CDU-Chef in Berlin. „Dem Kreml dürfte langsam klar sein, dass sich Russland in diesem Krieg nicht durchsetzen wird und seine Kriegsziele nicht erreichen wird“, fügte Merz hinzu. Er bezog sich auf eine geplante deutsche Initiative, die eine Vereinbarung der europäischen Bündnismitglieder zur weiteren Ausstattung der Ukraine mit Mitteln vorsieht. Zudem wolle man die Einigkeit ausbauen, die kürzlich beim G7-Gipfel in Évian am Genfersee gelungen sei, wo gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump „sehr eindeutig gefordert“ worden sei, dass Moskau den Krieg beenden müsse.

In einer weiteren Entwicklung wurden an der serbisch-ukrainischen Grenze zwei russische Agenten mit dem Reiseziel Deutschland festgenommen. In ihrem Gepäck soll sich Sprengstoff befunden haben. Als Anschlagsziel gilt ein Rüstungsunternehmen, dessen Name oder Standort die Behörden nicht preisgaben. Unterdessen wurde eine Verdächtige im Fall des Bombenanschlags auf den ukrainischen Oligarchen Wadym Jermolajew in Monaco tot in Kiew aufgefunden. Die Frau, nach der mit Interpol gefahndet wurde und die auch ein Appartement in Hessen besaß, wurde erschossen. Der Hintergrund ihres Todes blieb zunächst unklar.

Die ukrainische Armee hat nach russischen Angaben zudem Moskau mit rund 430 Drohnen ins Visier genommen. Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, erklärte, die meisten Drohnen seien von der Luftabwehr bereits in großer Entfernung neutralisiert worden, 36 seien beim Anflug auf Moskau zerstört worden. Schäden wurden nicht gemeldet, die Flughäfen der Hauptstadt waren jedoch stundenlang gesperrt. Das russische Verteidigungsministerium gab an, insgesamt 452 unbemannte Flugobjekte über 17 Regionen abgefangen zu haben. In der westrussischen Stadt Belgorod geriet eine zu Gazprom gehörende Röhrenfabrik in Flammen, wobei ein Mensch ums Leben kam. Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Autor

Politischer Korrespondent

Christoph Reichert berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.