Die Iran-Politik von US-Präsident Donald Trump stößt in der US-Bevölkerung auf breite Kritik. Laut einer Umfrage der Zeitung „Financial Times“ sagen 58 Prozent der registrierten US-Wähler, der Krieg stehe in keinem Verhältnis zu den hohen Kosten. 44 Prozent der Befragten sehen die USA nach dem Waffenstillstandsabkommen in einer schwächeren Position als den Iran.
Die USA hatten gemeinsam mit Israel den Iran Ende Februar attackiert. Die offiziellen Kosten für die USA werden auf rund 67 Milliarden Dollar geschätzt. Nach einer im Juni vereinbarten Waffenruhe werden derzeit Details verhandelt, etwa über die Schiffspassage durch die Straße von Hormus und Beschränkungen für Irans Atomprogramm. Die Umfrage wurde in der Vorwoche durchgeführt, vor dem NATO-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli.
Vor dem Gipfel befürworten 53 Prozent der registrierten Wähler einen Verbleib der USA in der NATO. Trump hatte mehrfach mit dem Austritt aus dem Bündnis gedroht. Die Umfrage zeigt, dass die US-Bevölkerung die Außenpolitik des Präsidenten zunehmend skeptisch betrachtet, insbesondere in Bezug auf militärische Interventionen und die Kosten solcher Einsätze.
Parallel zu den außenpolitischen Debatten weiten sich die Proteste gegen ein geplantes Luxus-Bauprojekt von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Albanien aus. Bei der bisher größten Kundgebung seit Beginn täglicher Demonstrationen Ende Mai haben zehntausende Menschen am Samstag neben dem Stopp des Projekts auch den Rücktritt der Regierung gefordert. „Was als ‚Flamingo-Revolution‘ angefangen hat, entwickelt sich zu einer breiten Unzufriedenheit in der Bevölkerung“, sagte die Demonstrantin Alketa Ademi bei der Kundgebung am 35. Tag der Proteste in Tirana. „Mangelnde Transparenz, Arroganz – es reicht! Der Ministerpräsident muss gehen“, forderte die 40-Jährige. „Albanien ist nicht zu verkaufen!“ verkündeten Transparente von Protestteilnehmern, Demonstranten trugen große pinkfarbene Papp-Flamingos.
Unterdessen hat Donald Trump mit einer Rede zum 250. Geburtstag der USA die Feier „Salute to America“ in Washington beendet. Er bedankte sich bei Helfern, die wegen eines drohenden Unwetters die Veranstaltung unterbrachen und die Sicherheit der Zuschauer gewährleisteten. Nachdem er die Freiheit der USA beschwor, schweifte er kurz ab und sagte: „Wir wollen keine Kommunisten“. Auf der Bühne waren mehrere historische US-Flaggen aufgehängt. Dann verwies er auf die Verfassung der USA und nannte die Amerikaner „die besten Menschen auf der Erde“. Er lobte auch das Recht der Amerikaner, Waffen zu tragen. Er rief einen Veteran aus dem Krieg gegen Vietnam auf die Bühne, der vor der US-Flagge salutierte. „Der amerikanische Traum ist zurück“, sagte er. Trump verwies auf die Angriffe auf Venezuela und Iran und behauptete, er habe deren Militär ausradiert. Tatsächlich haben beide Länder noch eine Armee. Trump forderte erneut, dass alle Wähler in den USA eine Identifikation haben müssen und nachweisen können, dass sie Bürger der USA sind.
Die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA waren von Wetterproblemen begleitet. Wegen einer Wetterwarnung wurden die Zuschauer der 250-Jahr-Feier in Washington evakuiert. Um 22 Uhr Ortszeit wurden sie wieder auf das Veranstaltungsgelände gelassen. Alle verbleibenden Überflüge im Rahmen der Veranstaltung „July Fourth Salute to America“ wurden abgesagt. Die Überflüge begannen gegen 13.00 Uhr ET mit einem F-5-Jet der NASA und sollten etwa alle 10 bis 20 Minuten über einen Zeitraum von etwa neun Stunden fortgesetzt werden. Trump kündigte an, auf jeden Fall seine Rede halten zu wollen, auch wenn es 2 Uhr morgens sei. Auch ein Konzert in Philadelphia wurde wegen schwerer Gewitter verschoben. US-Superstar Beyoncé veröffentlichte pünktlich zum 250. Geburtstag der USA einen neuen Song.
In Kalifornien wurde gegen Paul Pelosi, den Ehemann der früheren Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, Anklage wegen Fahrerflucht erhoben. Dies teilte das Sheriffsbüro des Bezirks Napa am Samstag mit. Die Anklage wirft Pelosi vor, nach einem Verkehrsunfall geflohen zu sein. Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch nicht vollständig geklärt.
