Bundesnetzagentur vergibt Zuschläge für elf neue Gaskraftwerke
Die Bundesnetzagentur hat in einer ersten Ausschreibungsrunde elf Gaskraftwerksprojekte ausgewählt, die ab 2031 bei Dunkelflauten Strom bereithalten sollen. Die Kosten werden über eine neue Umlage auf alle Stromverbraucher verteilt.
Die Bundesnetzagentur hat elf Kraftwerksprojekte ausgewählt, die künftig Geld dafür erhalten, Strom für sogenannte Dunkelflauten bereitzuhalten. Gemeint sind Phasen, in denen zu wenig Wind- und Sonnenstrom erzeugt wird. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt werden. Wie hoch die Belastung am Ende ausfällt, ist noch offen.
Die neuen Gaskraftwerke sollen bis 2031 in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg entstehen. Ab 2031 sollen vor allem Gaskraftwerke dafür sorgen, dass auch dann genügend Strom verfügbar ist, wenn Wind- und Sonnenstrom nicht ausreicht. Die ausgewählten Anlagen erhalten für das Bereithalten der sogenannten Erzeugungskapazität jeweils 15 Jahre lang eine Vergütung. Die Bundesnetzagentur hat die Projekte in einer ersten Ausschreibungsrunde benannt, zwei weitere Runden sind geplant.
Ermittelt wurden die Projekte in einem Bieterverfahren, bei dem 41 Gebote eingingen. Elf dieser Gebote erhielten einen Zuschlag. Die Verteilung ist wie folgt: Brandenburg erhält vier Zuschläge, Nordrhein-Westfalen drei, Sachsen zwei, Bayern einen und Baden-Württemberg einen. Zu den Bietern gehören die Unternehmen RWE, Leag, Gaskraftwerk Leipheim und die Stadtwerke Karlsruhe. Die meisten geplanten Standorte liegen damit in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die Projekte in Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg folgen.
Insgesamt wurden 5.160 Megawatt Kapazität bezuschlagt. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag den Angaben zufolge bei 155.296 Euro je Megawattstunde. Daraus ergeben sich für die elf Projekte jährliche Kosten von gut 800 Millionen Euro. Diese Summe soll über eine neue Umlage von allen Stromverbrauchern getragen werden. Haushalte und Industrie würden damit gleichermaßen zur Finanzierung der Reservekapazität beitragen, da die Umlage nicht auf einzelne Gruppen beschränkt ist.
Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen. Spätestens 2045 sollen die Gaskraftwerke jedoch klimaneutral mit Wasserstoff betrieben werden. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass die Reservekraftwerke langfristig ohne fossile Brennstoffe auskommen. Ob und wie schnell dieser Umstieg gelingt, hängt davon ab, wie die Wasserstoffversorgung in den kommenden Jahren aufgebaut wird.
Die Ausschreibung ist Teil der Strategie, die Versorgungssicherheit auch dann zu gewährleisten, wenn der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung weiter steigt. Gerade in Zeiten längerer Windflauten und geringer Sonneneinstrahlung im Winter braucht das Stromnetz verlässliche Kapazitäten, die kurzfristig einspringen können. Die elf nun bezuschlagten Projekte sollen dafür sorgen, dass diese Lücke geschlossen wird, bevor die Abhängigkeit von Wind- und Sonnenstrom im Netz weiter wächst.
Quelle: stern.de
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