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Montag, 31. August 2026

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Ex-Bundesbankchef Axel Weber verkauft alle US-Aktien und setzt voll auf Europa

Der frühere Bundesbankpräsident und UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber hat sämtliche US-Aktien aus seinem Portfolio verkauft. Im Interview mit dem Handelsblatt begründet er den Schritt mit der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump und setzt bei Reformen nun auf die Europäische Union statt auf die Bundesregierung.

Der frühere Bundesbankpräsident und langjährige UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber hat alle seine US-Aktien verkauft und setzt als Investor nun vollständig auf Europa. In einem Interview mit dem Handelsblatt begründete der Ökonom den Schritt mit der aktuellen Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten und der zunehmenden Unsicherheit an den amerikanischen Märkten. Weber, der heute als Verwaltungsratspräsident der Großbank UBS tätig ist, erklärte, er wolle US-Präsident Donald Trump nicht in seinem Portfolio haben.

Der 67-jährige Ökonom, der von 2004 bis 2011 an der Spitze der Deutschen Bundesbank stand, sieht Europa trotz aller Herausforderungen als den attraktiveren Investitionsstandort. Seine Entscheidung, sich vollständig von US-Aktien zu trennen, begründet Weber mit den wirtschaftspolitischen Weichenstellungen in Washington. Die Handelspolitik Trumps, die zuletzt etwa im Konflikt mit Kanada zu drastischen Zollandrohungen geführt hat, schaffe ein Klima der Unberechenbarkeit, das langfristige Investitionsentscheidungen erschwere.

Besonders deutlich wird Webers Kritik an der deutschen Wirtschaftspolitik. Der frühere Notenbankchef wirft der Bundesregierung vor, zu zögerlich zu handeln. Deutschland agiere, als befände es sich nicht in einer Krise, sagte Weber in dem Interview. Die strukturellen Probleme des Standorts – von der Energiepolitik über die Bürokratie bis zur Digitalisierung – würden nicht entschlossen genug angegangen. Statt auf durchgreifende Reformen aus Berlin zu hoffen, setzt Weber deshalb auf die Europäische Union als treibende Kraft für wirtschaftliche Erneuerung.

Die europäischen Institutionen hätten in den vergangenen Jahren wiederholt bewiesen, dass sie in der Lage seien, gemeinsame Antworten auf wirtschaftliche Herausforderungen zu finden. Weber verweist dabei auf die gemeinsamen Anstrengungen in der Energiepolitik und die Bemühungen um strategische Autonomie in zentralen Industriebereichen. Diese europäische Perspektive sei für Investoren zunehmend attraktiver als die unberechenbare Politik einzelner Mitgliedstaaten.

Mit seiner klaren Positionierung reiht sich Weber in eine wachsende Zahl von Finanzexperten ein, die angesichts der Handelspolitik Trumps und der weltweiten wirtschaftlichen Verwerfungen eine Neuausrichtung ihrer Anlagestrategie vornehmen. Die Entscheidung des ehemaligen Bundesbankpräsidenten dürfte in Finanzkreisen aufmerksam verfolgt werden, gilt Weber doch als einer der profiliertesten deutschen Kenner der internationalen Finanzmärkte. Seine Warnung an die Adresse der Bundesregierung ist zugleich ein Appell, die wirtschaftspolitischen Hausaufgaben nicht länger aufzuschieben.

Dominik Zimmermann

Autor

Wirtschaftsanalyst

Dominik Zimmermann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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