High-Tech-Firma Sioux beendet Ansiedlungspläne bei Magdeburg
Das niederländische Unternehmen Sioux Technologies zieht sich aus Sachsen-Anhalt zurück. Die geplanten 300 Jobs im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Barleben werden nicht entstehen. Ministerpräsident Schulze betont, der Rückzug sei eine interne Unternehmensentscheidung und keine Schwäche des Standorts.
Das niederländische High-Tech-Unternehmen Sioux Technologies wird sich entgegen früherer Ankündigungen nicht in Sachsen-Anhalt ansiedeln. Die Landesregierung bestätigte den Rückzug des Unternehmens, das ursprünglich im Rahmen der Intel-Ansiedlung in Magdeburg ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Barleben aufbauen wollte. Rund 300 neue Arbeitsplätze waren mit dem Projekt verbunden.
Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) erklärte, die Entscheidung des Unternehmens sei im Land bereits seit längerem bekannt. Der Rückzug habe nichts mit dem Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt zu tun, sondern sei eine Folge interner Umstellungen bei dem niederländischen Konzern. Zuvor hatte die „Magdeburger Volksstimme“ über den Schritt berichtet. Laut Handelsregister wurde die Sioux Technologies Systems GmbH Barleben bereits im Februar dieses Jahres aufgelöst. Das Unternehmen war am Wochenende für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Die Ankündigung der Ansiedlung war im Juli 2023 mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit erfolgt. Der damalige Wirtschaftsminister Schulze hatte das Vorhaben als erste größere Ansiedlung im Zusammenhang mit den Plänen des Chip-Herstellers Intel für die Landeshauptstadt präsentiert. Die Errichtung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Barleben sollte ein sichtbares Signal für die technologische Entwicklung der Region sein.
Schulze wies am Wochenende ausdrücklich darauf hin, dass der Rückzug von Sioux keine Schwäche des Wirtschaftsstandorts Sachsen-Anhalt zeige. Er verwies auf jüngste positive Entwicklungen in der Region, darunter die Grundsteinlegung des Unternehmens Florida Eis in Schönebeck sowie ein Investitionsvorhaben über 700 Millionen Euro für ein neues Wohnprojekt in Magdeburg. Bei solchen positiven Entwicklungen gebe es auch einmal Rückschläge, so der Ministerpräsident.
Die Verbindung zwischen Sioux und Intel war eng: Die Niederländer wollten sich offenbar in der Nähe des geplanten Intel-Werks positionieren, um als Zulieferer oder Technologiepartner für den Chip-Hersteller zu arbeiten. Die Zukunft des Intel-Projekts in Magdeburg selbst war in den vergangenen Monaten mehrfach Gegenstand von Spekulationen und Verzögerungen gewesen. Die endgültige Aufgabe der Pläne durch Sioux ist nun ein weiterer Rückschlag für die ambitionierten Erwartungen an den Hightech-Standort in der Region.
Für die Gemeinde Barleben und die umliegende Wirtschaft bedeutet der Rückzug den Verlust eines geplanten Innovationszentrums. Die Hoffnungen vieler lokaler Akteure hatten sich auf die Ansiedlung hochqualifizierter Arbeitsplätze und eine Stärkung des Technologiestandorts gerichtet. Die Landesregierung sieht in dem Vorgang jedoch keinen Anlass, die wirtschaftliche Strategie für Sachsen-Anhalt grundlegend zu überdenken.




