IG Metall ruft in Bayern 37 Betriebe zu Warnstreiks auf
Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in Bayern Warnstreiks in 37 Unternehmen organisiert. Rund 3.800 Beschäftigte beteiligten sich, die Gewerkschaft will die Aktionen im Laufe der Woche ausweiten.
Im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in Bayern am Montag Warnstreiks in 37 Unternehmen organisiert. Nach Angaben der Landesbezirksleitung in München beteiligten sich landesweit etwa 3.800 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die größten Kundgebungen fanden in Unterfranken und Schwaben statt. Die Tarifrunde gilt nach Gewerkschaftsangaben als schwierig wie selten.
Die IG Metall hatte die Warnstreikwelle kurz nach dem Ende der Friedenspflicht begonnen. Mit der ersten Welle wollte die Gewerkschaft ein deutliches Zeichen an die Arbeitgeber senden, darunter auch bei einigen großen Firmen. Landesbezirksleiter Horst Ott kündigte an, die Warnstreik-Aktivitäten im Laufe der Woche noch zu steigern. Auch in anderen Bundesländern gab es zahlreiche Warnstreiks, nachdem die Beschäftigten bereits am Vortag unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht die Arbeit niedergelegt hatten.
Den Auftakt in Bayern bildete am Montagmorgen eine Kundgebung mit etwa 300 Beschäftigten mehrerer metallverarbeitender Unternehmen in Königsberg in Unterfranken. Bei Audi in Ingolstadt plante die IG Metall eine Kundgebung mit Horst Ott am späten Abend während der Nachtschicht. Nach Berichten sollen sich bundesweit mehr als 2.000 Betriebe und rund 38.000 Beschäftigte an den Aktionen beteiligen, die kurzfristig die Arbeit niederlegten, um vor den Werkstoren Druck zu machen.
Die Positionen liegen nach der zweiten Verhandlungsrunde weit auseinander. Die IG Metall fordert fünf Prozent höhere Entgelte sowie eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber wollen dagegen einen zweijährigen Tarifvertrag abschließen. Ihr erstes Angebot aus der vergangenen Woche liegt nach Gewerkschaftsangaben unter der Inflationsrate: Im Juli 2027 soll es eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Bruttojahresgehalts geben, ab Juli 2028 eine Tariferhöhung um 1,3 Prozent. Als Grund nennen die Arbeitgeber die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen.
Die Warnstreiks machen deutlich, wie verhärtet die Fronten sind. Die Gewerkschaft will mit den Aktionen die Verhandlungen unter Druck setzen, während die Arbeitgeber auf die wirtschaftliche Lage verweisen. Welche Seite sich in den kommenden Verhandlungsrunden bewegt, war zum Zeitpunkt der Berichterstattung offen.
Quelle: stern.de
2




