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Montag, 31. August 2026

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Oliver Blume

Volkswagen-Chef Blume: Lage ist „mehr als kritisch“

Volkswagen-Chef Oliver Blume hat die wirtschaftliche Lage des Konzerns als „mehr als kritisch“ bezeichnet. In einem internen Interview erklärte er, dass die bisherigen Einsparungen nicht ausreichen, um Zukunftsinvestitionen dauerhaft zu finanzieren. Kurz vor den Betriebsversammlungen wächst die Sorge vor weiterem Stellenabbau.

Volkswagen-Chef Oliver Blume hat die Lage bei Europas größtem Autobauer als „mehr als kritisch“ bezeichnet. In einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sagte Blume, VW sei zwar handlungsfähig, die aktuelle Rendite reiche aber nicht aus, um Zukunftsinvestitionen dauerhaft zu finanzieren. Die Aussagen kommen kurz vor einer Serie von Betriebsversammlungen, bei denen sich der Vorstand den Beschäftigten stellen muss.

Blume betonte, dass die bisherigen Einsparungen im Konzern nicht ausreichend seien. Der Konzern habe bereits deutlich gespart, doch der Vorstandschef verlangt weitere Einschnitte. Die Sorge vor zusätzlichem Stellenabbau wächst angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage. Der Autobauer kämpft mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und dem wachsenden Wettbewerbsdruck, insbesondere aus China. Die Rendite des Konzerns liegt nach Angaben aus dem Unternehmen unter dem Niveau, das für die Finanzierung künftiger Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung notwendig wäre.

Die Betriebsversammlungen gelten als wichtiger Test für das Verhältnis zwischen Vorstand und Belegschaft. Die Arbeitnehmervertreter haben in der Vergangenheit bereits Widerstand gegen Sparprogramme angekündigt. Betriebsratschefin Daniela Cavallo hatte mehrfach betont, dass Einschnitte nicht zulasten der Beschäftigten gehen dürften. Die Gewerkschaft IG Metall fordert stattdessen eine langfristige Strategie, die Arbeitsplätze sichert und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Die Gespräche zwischen Management und Arbeitnehmervertretern dürften in den kommenden Wochen an Intensität zunehmen.

Volkswagen steht vor großen Herausforderungen: Der Übergang zur Elektromobilität erfordert Milliardeninvestitionen, während die Absatzzahlen in wichtigen Märkten schwächeln. Hinzu kommen Lieferkettenprobleme und steigende Rohstoffpreise. Blume hatte bereits bei seinem Amtsantritt angekündigt, den Konzern schlanker und effizienter aufzustellen. Die nun angekündigten weiteren Sparmaßnahmen könnten auch Werksschließungen oder den Abbau von Arbeitsplätzen umfassen, auch wenn das Unternehmen dies bislang nicht offiziell bestätigt hat.

Die kommenden Betriebsversammlungen werden zeigen, ob der Vorstand die Belegschaft von der Notwendigkeit weiterer Einschnitte überzeugen kann. Analysten beobachten die Entwicklung bei Volkswagen mit Sorge: Der Konzern gilt als wichtiger Indikator für die gesamte deutsche Automobilindustrie, die unter strukturellen Veränderungen leidet. Die Entscheidungen in den nächsten Monaten könnten richtungsweisend für die Zukunft des Standorts Deutschland sein.

Franziska Thielmann

Autor

Reporterin

Franziska Thielmann berichtet für Grenzah über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.

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