Umweltminister Schneider fährt privat trotz E-Auto-Politik noch Diesel
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hält Verbrenner langfristig für ein Auslaufmodell, fährt privat aber selbst einen 13 Jahre alten Diesel. Seine Aussagen werfen vor dem Klimagipfel in Antalya Fragen nach Glaubwürdigkeit auf.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat den Verbrennungsmotor als langfristiges Auslaufmodell bezeichnet und zugleich für Elektroautos als Weg nach vorn geworben. Gleichzeitig räumte er ein, dass er privat noch einen 13 Jahre alten Diesel fährt. Die Äußerung sorgt für Aufmerksamkeit, weil sie die politische Botschaft des Ministers und seine persönliche Entscheidung miteinander in Spannung setzt.
Die Bemerkungen fielen im Vorfeld der Klimakonferenz in Antalya. In der Berichterstattung wird der Widerspruch zwischen dem politischen Kurs und dem eigenen Fahrzeug als Frage nach Konsequenz und Glaubwürdigkeit eingeordnet. Der Minister vertritt damit eine Position, die er im Alltag nicht vollständig selbst umsetzt, und genau das wird in der öffentlichen Debatte aufmerksam verfolgt.
Wie Medien berichten, begründete Schneider das Festhalten an dem alten Diesel. Die Begründungen unterscheiden sich jedoch je nach Berichterstattung. Die Welt schreibt, der Minister nenne einen konkreten Grund; welcher genau das ist, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Ebenso fehlt eine klare Aussage darüber, ob sich aus den Äußerungen eine Änderung der politischen Linie ergibt.
Die Konstellation hat einen besonderen Reiz, weil es um ein Regierungsmitglied geht, dessen Ressort für die Umsetzung von Klimazielen zuständig ist. Wer politisch für den Wandel zur Elektromobilität wirbt, setzt sich damit einem genaueren Blick auf sein eigenes Verhalten aus. Die Berichterstattung macht deutlich, dass genau dieser Abstand zwischen Anspruch und persönlicher Praxis den Kern der Debatte bildet, nicht die Frage, ob ein alter Diesel umweltpolitisch grundsätzlich vertretbar ist.
Offen bleibt zudem, welche Emissionswerte oder Flottenziele mit dem Fahrzeug verbunden sind. Die vorliegenden Informationen enthalten dazu weder Zahlen noch direkte Zitate, die eine genauere Bewertung erlauben würden. Ebenso ist unklar, wie sich die Äußerungen auf den Verlauf der Konferenz in Antalya auswirken könnten, da dazu keine Angaben vorliegen.
Die Debatte dreht sich damit vor allem um die Frage, wie sich politische Forderungen an den Klimaschutz und persönliches Verhalten zueinander verhalten. Für Leserinnen und Leser in der Schweiz und im grenznahen Raum ist die Diskussion auch deshalb interessant, weil die Elektromobilität dort ähnlich intensiv verhandelt wird. Eine abschließende Bewertung der Aussagen ist anhand der vorliegenden Informationen jedoch nicht möglich.
Quelle: faz.net
9




